13.12.2018
au Théâtre Municipal de la ville d'Esch-sur-Alzette

Heilig Abend

In Kehlmanns politisch brennend aktuellem, eine diffuse Beunruhigung auslösendem Stück gibt es in nicht einer einzigen Minute das im Titel suggerierte besinnliche Friedensfest.

Es ist der 24. Dezember, halb elf Uhr abends. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt: Nur genau 90 Minuten hat er Zeit, der Verhörspezialist Thomas, um von einer Frau namens Judith zu erfahren, ob sie tatsächlich, wie er vermutet, um Mitternacht einen – gemeinsam mit ihrem Ex-Mann Peter geplanten – terroristischen Anschlag verüben will. Sie wurde auf dem Weg zu ihren Eltern aus einem Taxi geholt und zur Polizeistation gebracht. Thomas weiß offensichtlich nicht nur theoretisch alles über sie, ihre Arbeit und ihre gescheiterte Ehe, sondern auch praktisch, z. B. dass ihr Ex-Mann am Tag davor von 14.30 Uhr nachmittags bis 22:52 Uhr am Abend bei ihr war. Was haben sie da besprochen?

Wo endet List, und wo beginnt unzulässige Täuschung, wenn unbelegte Vorwürfe wie Fakten behandelt werden? Ist das Ganze doch nur eine Übung für eines von Judiths Seminaren, wie die Philosophie-Professorin behauptet?

Zu erleben ist ein spannender, interessanter, von Daniel Kehlmann ausgezeichnet und sehr klug geschriebener Theaterabend.
                                                                        Guido Tartarotti, Kurier, 03.02.2017

Der fast unmerkliche Abbau demokratischer Freiheitsrechte hat ein bedenkliches Maß erreicht. Die Terrorangst hält unsere Sicherheitsapparate in Atem, und immer mehr Kollateralschäden sind zu beklagen. (…) Man kann sich aber auch von den zahlreichen Feinheiten des (…) Dialogs
prächtig amüsieren lassen.
                                                                         Ronald Pohl, Der Standard, 3.2.2017

En création : 2h15, keine Pause

Regie:
Jakob Fedler
Ausstattung:
Dorien Thomsen

Mit:
Jacqueline Macaulay, Wanja Mues

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